Beim Besuch des Bremer Abwasserunternehmens hanseWasser in Danzig, vom 19.-21. August 2026, wurde die Gruppe zunächst in den Räumlichkeiten der Stadtverwaltung Danzig von Maciej Buczkowski (Stellvertretender Büroleiter und Referatsleiter im Referat für Auswärtige Angelegenheiten des Präsidialbüros) begrüßt. Im Anschluss wurde die wunderschöne Stadt dann, im Rahmen einer Stadtführung, zu Fuß erkundet.
Am zweiten Tag stand der fachliche Austausch im Mittelpunkt. Interessanterweise kümmern sich in Danzig zwei verschiedene, öffentliche Unternehmen separat um das Schmutzwasser und das Regenwasser. Ryszard Gajewski, Geschäftsführer von Gdańskie Wody, die sich um das Regenwassermanagement in der Stadt kümmern, zeigte auf, dass sich die Stadt in den letzten Jahren ganz besonders auf Hochwasser durch Starkregenereignisse vorbereitet hat. Seit 2018 setzt die Stadt Danzig auf einen ganzheitlichen Ansatz von Wohnraum/-bebauung, öffentlicher Raum und Krisenmanagement.
Auch die grundlegenden Themen wie Versickerung, vermehrte Nutzung von Grünflächen, um Regenwasser zurückzuhalten, Entlastung der Kanäle und ökologische Ansätze zur Regenwasserbehandlung sind Teil des Konzepts. Themen, die auch in Bremen immer häufiger unter den Überschriften "Schwammstadt" oder "wassersensible Stadtentwicklung" auftauchen. Eine dieser Maßnahmen, die der Gruppe im Rahmen einer Tour beispielhaft gezeigt wurde, sind die sogenannten "rain gardens", die überall im Stadtgebiet kleine und größere Inseln der Versickerung darstellen.
Für den Schmutzwasserbereich stellte Mirosław Lewandowski (Technischer Direktor von Gdańskie Wodociągi) in einem Vortrag die Herausforderungen im Großraum Danzig vor. Eine interessante und für das Bremer Abwasserunternehmen neue Art der Herausforderung: Illegale, private Einleitungen von Regenwasser in die Schmutzwasserkanalisation, die insbesondere bei stärkeren Regenfällen oder Schmelzwasser den Zulauf zur Kläranlage sehr belasten.
Die letzte Station der Reise: Spurensuche in der Danziger Schachtgasse. Hier möchte man auf die Bedeutung der Kanalisation für unser tägliches Leben (sowie die Arbeit dahinter) aufmerksam machen. Dort finden sich sowohl historische Kanaldeckel wie auch Schachtdeckel aus verschiedenen Teilen Polens und der Welt - und seit 2021 auch ein Schmuckdeckel aus Bremen mit dem Bremer Schlüssel!