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  • Blick auf das Bremer Rathaus und den Bremer Roland

    Rathaus und Roland zu Bremen - UNESCO-Welterbe der Menschheit

    Das Rathaus und der Roland auf dem Marktplatz zu Bremen sind gemeinsam im Juli 2004 in die Welterbeliste aufgenommen worden. Die UNESCO würdigt damit dieses Ensemble als ein "einzigartiges Zeugnis" für die Entwicklung von bürgerlicher Autonomie und Marktrechten, wie diese sich im Laufe von Jahrhunderten in Europa herausformten. WEITER

Sie interessieren sich umfassender für das UNESCO-Welterbe Rathaus Bremen und Roland? Von Historischem bis Führungen - wir informieren Sie auf der Webseite zum Welterbe.

Das viel besuchte Bremer Rathaus wurde in den Jahren 1405 bis 1408 erbaut. Es ist das einzige europäische Rathaus des Spätmittelalters, das nie zerstört wurde. Seit seiner Errichtung wurde das Rathaus kontinuierlich instand gesetzt und gewartet - eine Voraussetzung dafür, als Welterbe anerkannt zu werden. Das UNESCO-Komitee würdigt mit seiner Entscheidung darüber hinaus auch die Authentizität des Gebäudes. Dem Bremer Rathaus wird bescheinigt, dass es vom ersten gotischen Bau - einem so genannten Saalgeschoßbau - Anfang des 15. Jahrhunderts über die umfangreiche Restaurierung zwei Jahrhunderte später bis hin zum Anbau des neuen Rathauses zu Beginn des 20. Jahrhunderts seine Authentizität bewahrt hat. Zahlreiche deutsche Rathäuser wurden während des 2. Weltkrieges zerstört, an vielen wurden Änderungen vorgenommen. Das Bremer Gebäude jedoch ist in seinem ursprünglichen Zustand vollständig erhalten geblieben.

Bis heute bewahrt blieb auch die Funktion der beiden übereinander liegenden Rathaushallen. Die obere Etage für repräsentative Zwecke, die untere für die Nutzung durch das "Marktvolk", heute für alle Bürger. So kam die Bevölkerung in Kontakt mit den Regierenden - was bis heute so ist. Ein weiterer Grund, das Rathaus als Welterbe einzustufen. Die besondere Bedeutung des Bremer Rathauses liegt für die UNESCO auch in seinem künstlerischen und stilistischen Wert: Heute präsentiert es sich mit seiner Hauptfassade im Stil der Weser-Renaissance und gilt als äußerst repräsentatives Beispiel dieses Stils. Die mittelalterlichen Attribute des Baus - beispielsweise die symbolbehafteten Sandsteinfiguren - verblieben an ihrem ursprünglichen Platz. Hervorzuheben ist zudem, dass das Bremer Rathaus auch europaweite Entwicklungen am Ende des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts widerspiegelt.

Das Bremer Rathaus wurde speziell für die Nutzung durch den Rat der Stadt gebaut. Die Architektur und die Skulpturen symbolisieren dabei nicht nur die Beziehung zu den kaiserlichen und bischöflichen Anfängen der Stadt. Sie verdeutlichen auch zugleich die vom Rat praktizierte Politik der Selbstregulierung. Der Rathausbau seinerzeit demonstrierte gewachsenes Selbstbewusstsein des städtischen Rates und bürgerlichen Machtanspruch.

Der steinerne Bremer Roland, im Jahre 1404 errichtet, ist mit seinen 5,5 Metern eine der ältesten und repräsentativsten Rolandstatuen, die einst als Symbol für Freiheit und Marktrecht auf Marktplätzen in Mitteleuropa errichtet wurden. Sie nimmt Bezug auf eine historische Persönlichkeit, nämlich einen Paladin (Begleiter) von Kaiser Karl dem Großen. Der Roland in Bremen soll deutlich machen: Der Kaiser ist Gründer der Stadt, er hat ihr Rechte und Privilegien verliehen.

Roland und Rathaus in Bremen sind Welterbe der Menschheit, weil sie als außergewöhnliches Zeugnis für bürgerliche Autonomie und Souveränität stehen, wie sie im Laufe von Jahrhunderten in Europa entstanden. Und sie reflektieren in ihrer Symbolik bis heute den eigenständigen Status des Stadtstaates Bremen.

Der Welterbeantrag

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Das ICOMOS-Gutachten

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www.unesco.de

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Geschichte und Architektur

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Politik im UNESCO-Welterbe Rathaus Bremen

Das Rathaus ist seit seiner Grundsteinlegung 1405 Sitz der kommunalen Selbstverwaltung und seit seiner Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg Sitz der Landesregierung des Zwei-Städtestaates – bestehend aus den Städten Bremen und Bremerhaven. Der Bürgermeister ist zugleich Präsident des Senats im Rang eines Ministerpräsidenten. Hier tagt wöchentlich das Kabinett: der Senat der Freien Hansestadt Bremen.

Tag des offenen Denkmals

Informationen zum Tag des offenen Denkmals findet man auf der Internetseite des Landesamt für Denkmalpflege.

Die Geschichte der Bremer Stadtmusikanten

Das Märchen der Bremer Stadtmusikanten gehört zu den bekanntesten Geschichten der Gebrüder Grimm. Die Erzählung von den vier Haustieren auf ihrem Weg in die Stadt Bremen, in der sie ein neues Leben als Musikanten beginnen wollen, schrieben Jacob und Wilhelm Grimm zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf. Mit der Bronzestatue an der Westseite des Bremer Rathauses von Gerhard Marcks ist ihnen ein bleibendes Denkmal gesetzt worden.

Das Kunstwerk "Cui bono"

Eigentlich sollte das Kunstwerk "Cui bono" bis zum Ende der Kunsthallen-Ausstellung "Der blinde Fleck. Bremen und die Kunst in der Kolonialzeit" bis November 2017 in der Oberen Halle des Bremer Rathauses zu sehen sein – eigentlich. Doch die Installation des Künstlers Hew Locke sorgte für viel Gesprächsstoff, regte zu Diskussionen über Bremens koloniales Erbe, fairen Welthandel, Fluchtursachen und globale Verantwortung im neuen Jahrtausend an.

UNESCO-Welterbe Rathaus und Roland zu Bremen

Rathaus und Roland stehen auf der UNESCO-Welterbeliste als Einzeldenkmäler, als wunderbare und einzigartige Beispiele für Demokratie. Sie stehen für Selbstbestimmung, für städtische Autonomie und für Marktgerechtigkeit. Sie sind hier auf dem Marktplatz eingebettet in ein weltweit einzigartiges Ensemble, das hochwertige Denkmäler der Kirche, des Parlamentarismus, des Wirtschaftslebens und bürgerlicher Kultur vereint.
In dem Video erläutert Prof. Dr. Konrad Elmshäuser die besondere Bedeutung von Rathaus und Roland:

Einblicke in die schönsten Räume des Rathauses

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