Regelmäßige Kontakte und Zusammenkünfte zwischen den Städten Bremen und Haifa gab es bereits seit den 1970er Jahren. Seinerzeit wurde die "Stiftung Kulturfonds Haifa" gegründet. Sie soll jungen israelischen Künstlern die Gelegenheit geben, die urbane Entwicklung in einer Hafenstadt künstlerisch zu verarbeiten. Ein Freundschaftsabkommen zwischen beiden Hafenstädten im Jahr 1978 bekräftigte die gegenseitige Zusammenarbeit. Anlässlich des 40. Jahrestages der Unabhängigkeit Israels und zum Gedenken an den 50. Jahrestag der Reichspogromnacht wurde im Jahr 1988 eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet
Am 26. März 2026 wurde die Technische Universität Israels (das Technion) mit Streubomben aus dem Iran beschossen. Der Angriff ist schwerwiegend gewesen: Eine der Universitätsbibliotheken auf dem Campus erlitt Schäden, wie auch verschiedene andere Gebäudefassaden und Infrastruktur. Trümmerteile wurden über den Campus verteilt, Fensterscheiben zerbrachen und verursachten Gebäudeschäden. Ein Granatsplitter durchbohrte das Dach des Schwimmbads und fiel ins darunter gelegene Wasserbecken. Gerade in diesen schwierigen Momenten engagieren sich das Technion und sein Management uneingeschränkt für die Ziele der Universität: Die Tore für die Forschung und Lehre offen zu halten, seine Studierenden und Mitarbeitende ausnahmslos zu schützen, egal welcher Herkunft und Religion sie angehören, die wissenschaftliche Forschung sowie Ausbildung und Innovation voranzutreiben. Deren Ergebnisse dienen nicht nur der Zukunft Israels, sondern fördern die Zukunft der Menschen überall auf der Welt.
Das Technion befindet sich am nordöstlichen Stadtrand von Haifa. Dort studieren 15.000 Menschen in 19 Fakultäten. Das Universitätsgelände hat insgesamt eine Größe von 1,2 Quadratkilometern. Auf dem Gelände befinden sich auch 40 Forschungsinstitute sowie 85 Studentenwohnheime mit Platz für 4.000 Student:innen. Die notwendig gewordenen Reparatur- und Aufräumarbeiten sind bereits in vollem Gange. Beispielsweise wird derzeit mit Hochdruck an der Wiederherstellung der Sicherheitseinrichtungen auf dem Campus gearbeitet und die Deutsche Technion-Gesellschaft e.V. (DTG) unterstützt den Wiederaufbau über den Student Support Funds. Hierdurch sollen die Studierenden möglichst schnell und sicher wieder an ihre Lern- und Arbeitsplätze zurückkehren können. Dem Student Support Funds werden alle an die Deutsche Technion-Gesellschaft e.V. gesandten Unterstützungen zu 100% weitergeleitet und den Unterstützern eine Spendenquittung unter Nennung der Adresse zugesandt
(IBAN: DE63 2501 0030 0000 1723 02, bitte die Adresse nennen).
In beiden Städten fühlen sich die zahlreichen Akteure der Zivilgesellschaft durch verschiedene Aktivitäten wie Bürger:innenreisen, Schulaustausche sowie Kunst- und Kulturkooperationen eng verbunden. Wirtschaft, Tourismus und Umweltschutz sind weitere gemeinsame Kooperationsfelder.
Im Jahr 2005 hat die Deutsch-Israelische Gesellschaft Bremen/Unterweser e.V. erstmalig eine Bürger:innenreise nach Haifa veranstaltet. Seither wird sie regelmäßig angeboten.
Die regelmäßigen Kultur-Kooperationen zwischen Bremen und Haifa führen dazu, dass insbesondere in der Bildenden Kunst viele Kontakte entstanden sind, die zu Ausstellungen in beiden Städten genutzt werden.
Im wissenschaftlichen und schulischen Bereich gibt es aktive Kooperationen zwischen den Universitäten/Hochschulen und Schulen beider Städte. Regelmäßige Schüler:innen, Studierenden- und Fachkräftebegegnungen sowie gemeinsame Projekte in verschiedenen Fach- und Themenbereichen (z.B. Architektur, Städtebau und Start ups) finden statt.
Über dies hinaus gibt es seit Jahren auch intensive Beziehungen zur Nachbargemeinde Tamra, die vor allem vom Bremer Bürgerhaus Hemelingen in regelmäßigen Bürger:innenbesuchen gepflegt wird.
Mit dem Angriff der Hamas auf Israel am 07.10.2023 änderten sich die Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit. Geplante Aktivitäten und Reisen sind kurzfristig nicht mehr im gewohnten Umfang möglich. Bremen und Haifa stehen in regelmäßigem Kontakt, um Unterstützungsaktionen und Projektvorhaben zu besprechen.