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Großer Zuspruch zum traditionellen Neujahrsempfang des Senats

Zum traditionellen Neujahrsempfang des Senats ist die Obere Rathaushalle immer gut besucht. Auch in diesem Jahr waren rund 500 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und anderen gesellschaftlichen Bereichen der Einladung von Bürgermeister Jens Böhrnsen gefolgt. Für die musikalische Umrahmung der festlichen Zusammenkunft sorgte ein Bläserensemble der Bremer Philharmoniker. „Trotz der wirtschaftlich schwierigen Ausgangslage können wir mit Mut und Vertrauen in die Zukunft blicken“, mit diesen Worten wandte sich der Bürgermeister an die Anwesenden. Das Bundesland Bremen sei weiterhin auf einem guten Weg. „Viele Menschen in unseren beiden Städten haben dazu beigetragen, dass wir die schwere Wirtschafts- und Finanzkrise bislang einigermaßen glimpflich überstanden haben“, so Böhrnsen. „Dafür danke ich Ihnen sehr.“

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Traditioneller Neujahrsempfang des Senats

Zuvor hatte der Bürgermeister im Kreise der Mitglieder des konsularischen Korps das Erdbeben auf Haiti angesprochen und gegenüber dem Konsul der Republik Haiti das Mitgefühl des Senats sowie aller Bremerinnen und Bremer ausgesprochen. Zudem betonte der Bürgermeister die wichtige Rolle der Diplomaten für Bremen und seine Internationalität. „Bremen ist immer auf Ihre Arbeit und Ihre guten Kontakte angewiesen“, so Böhrnsen.

In seiner Ansprache vor dem großen Gästekreis in der Oberen Halle verwies Böhrnsen darauf, dass der Senat die Möglichkeiten der Konjunkturprogramme intensiv genutzt habe, um in die Stärkung der heimischen Wirtschaft zu investieren. Böhrnsen: „Auch 2010 werden wir das mit aller Kraft fortsetzen“. Er verwies darauf, dass Bremen die höchste Produktivitätsquote und eine überdurchschnittliche Gründungsintensität habe. Zugleich ging er aber auch auf die wachsende Spaltung der Gesellschaft ein und zeigte sich besorgt über die zunehmende Kinderarmut. Böhrnsen: „Wir alle: Politik und Verwaltung, Unternehmen, Kammern und Wohlfahrtsverbände, Eltern, Nachbarn, Bürgerinnen und Bürger, müssen begreifen, dass Veränderungen notwendig sind,.wenn wir Kindern ein kindgerechtes Leben und eine Zukunftsperspektive ermöglichen wollen.“ Der Senat werde deshalb nicht nachlassen, mit politischer Schwerpunktsetzung für bestimmte Stadtteile und Bevölkerungsgruppen gegen Benachteiligung und Ausgrenzung zu kämpfen.

Bremen richtet in diesem Jahr die zentrale Feier zum Tag der deutschen Einheit aus – und da war es nur folgerichtig, dass sich auch die Thematik „20 Jahre Deutsche Einheit“ sich wie ein roter Faden durch den diesjährigen Empfang zog. Als Gastredner war der Theologe und Philosoph Prof. Dr. Richard Schröder eingeladen. Schröder war Abgeordneter und Fraktionsvorsitzender der SPD in der Volkskammer der DDR sowie Abgeordneter im Deutschen Bundestag zur Zeit der Wiedervereinigung.

Schröder belegte in seiner Rede an vielfältigen Beispielen, dass die deutsche Einheit besser sei als ihr Ruf. Der Erfolg der Einheit ist nach seinen Ausführungen u.a. auch daran abzulesen, dass es hier keine separatistischen Bewegungen gäbe, dass Ostdeutschland im Vergleich zu ehemals sozialistischen Ländern den weitaus höchsten Lebensstandard und die beste Infrastruktur habe und dass es für die Menschen in der ehemaligen DDR im Vergleich der Lebensbedingungen mit den heutigen einen großen Freiheitsgewinn gegeben habe. – insbesondere nannte er die Freiheit von der Angst der Verhaftung, die Freiheit vom ideologischen Zwang wie auch die Freiheit der politischen Betätigung.

Anlage

Foto: Angela Cau, Senatspressestelle