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Mit Zuversicht und Selbstbewusstsein für die Zukunft Bremens

500 Gäste auf Neujahrsempfang des Senats - Festredner Prof. Dr. Alfred Grosser

Knapp 500 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft waren der Einladung des Senats zum diesjährigen Neujahrsempfang am heutigen Mittwoch (18. Januar 2018) ins Rathaus gefolgt. Zudem waren die Mitglieder der Konsularischen Korps aus Bremen, Hamburg und Hannover gekommen; insgesamt Vertreterinnen und Vertreter von 57 Ländern. Umrahmt von den musikalischen Beiträgen der Bremer Philharmoniker unter der Leitung ihres neuen Generalmusikdirektors, Marko Letonja, wurden die Gäste des Neujahrsempfangs von dem Präsidenten des Senats, Bremens Bürgermeister Dr. Carsten Sieling, auf das kommende Jahr eingestimmt.

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Musikalischer Jahresauftakt: Die Bremer Philharmoniker unter der Leitung ihres neuen Generalmusikdirektors Marko Letonja

In seiner Begrüßungsrede sagte Bürgermeister Sieling unter anderem: "Bei uns in Deutschland sind im vergangenen Jahr wichtige und weitreichende Entscheidungen gefallen – gerade auch für unser Bundesland. Von ganz herausgehobener Bedeutung war der große Erfolg bei den Verhandlungen zur Neuregelung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen. Seit dem 13. Juli 2017 ist im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankert, dass Bremen und Bremerhaven ab dem Jahr 2020 jährlich rund 500 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung stehen." Und weiter: "Der Senat wird die Konsolidierung der Bremer Finanzen auch weiter wie vorgesehen vorantreiben. Bremen wird damit 2020 das erste Mal seit fast 50 Jahren einen Haushalt ohne Neuverschuldung vorlegen können. Das ist eine Leistung, die unserem Land noch bis vor kurzem kaum jemand zugetraut hätte. Vor diesem Hintergrund bin ich überzeugt: Beides, die erfolgreiche Einhaltung des Sanierungspfades und die neue finanzpolitische Perspektive markieren den Beginn einer Zeitenwende für unser Bundesland."

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Bürgermeister Sieling: Bremen ist ein starkes Bundesland. Wir haben Grund, mit Zuversicht und Selbstbewusstsein in die Zukunft zu schauen

Wenn er in diesem Zusammenhang von Zeitenwende spreche, wolle er nicht mit Historikern darüber streiten, ob der Begriff angemessen ist. Vielmehr wolle er auf die Chancen Bremens hinweisen und alle ermutigen, Ideen zu entwickeln - und vor allem aufrufen zum Handeln. Das Land Bremen mit seinen beiden Städten Bremen und Bremerhaven könne seine Zukunft wieder in die eigenen Hände nehmen und in einer Weise gestalten, wie schon lange nicht mehr. Das sei der Kern der "Zeitenwende", die große Chancen für mehr Wachstum, mehr Zusammenhalt und mehr Gerechtigkeit bringe.

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Bürgermeister Dr. Carsten Sieling

Im Download:
Die ganze Rede von Bürgermeister Carsten Sieling zum PDF-Download (pdf, 367.2 KB) und im Video unter www.youtube.com/watch?v=sSKCJ0A1Mfk&feature=youtu.be

Festredner Prof. Alfred Grosser
Als Festredner erlebten die Anwesenden Prof. Dr. Alfred Grosser, den "Jahrhundertzeugen der europäischen Einigung" (Doyen und Honorarkonsul Volker Kröning in seiner Ansprache). Alfred Grosser, geboren 1925 in Frankfurt am Main, ist seit 1937 französischer Staatsbürger. Er ist emeritierter Professor für Politikwissenschaft am Institut d'Etudes Politiques in Paris und Journalist, außerdem Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, Träger vieler Ehrungen in Deutschland und Frankreich. Als Autor zahlreicher Publikationen und versteht er sich auch als "Mittler zwischen Franzosen und Deutschen".

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Festredner Prof. Alfred Grosser

Grosser ist Politikwissenschaftler mit jüdisch-deutschen Wurzeln. Und als dieser beleuchtete er in seiner Festrede unter den Zustand der Europäischen Union. Mit Bezug auf sich selbst sagte er: "Als Politologe sehe ich mich eigentlich nicht imstande, Vorhersagen zu machen. Vielmehr handele ich so, wie Politologen es allgemein tun. Sie sagen einem hinterher, was man vorher hätte anders machen sollen." Aber heute mache er eine Ausnahme und sage zwei Dinge voraus: Erstens, der Brexit werde nicht kommen. Vielmehr werde es zu einer zweiten Abstimmung in Großbritannien kommen, die anders verlaufen würde als die erste. Seine zweite Vorhersage betraf das Verhältnis Europas zu den Osteuropäischen Staaten. Diese, so Grosser, werde man für Europa verlieren; im Sinne von, sie steigen aus. Das ließe sich an der aktuellen fehlenden solidarischen Haltung der Osteuropastaaten wie Polen, Ungarn und Rumänien in der Frage von Flucht und Vertreibung ablesen. Umso wichtiger sei es, dass Deutschland bald eine handlungsfähige Regierung bekomme und zusammen mit Frankreich am Zusammenhalt in der EU arbeite.

"Mein berechtigter Pessimismus ist verbunden mit einer ebenso berechtigten Zuversicht", sagt Professor Alfred Grosser, einer der wichtigsten Intellektuellen Europas im Schlusssatz seines jüngsten Buches "Le Mensch". Eindringlich warnt Grosser darin vor Politikverachtung.

Empfang für das Konsularische Korps
Vor dem großen Neujahrsempfang begrüßte Bürgermeister Sieling die Vertreterinnen und Vertreter der Konsularkorps aus Bremen, Hamburg und Hannover im Kaminsaal des Rathauses und gab einen Ausblick auf die kommenden Monate. Sieling: "Wir freuen uns auf zwei Besuche des Bundespräsidenten im Februar und Juni sowie auf eine Delegationsreise von Senat und Handelskammern Bremen und Bremerhaven ins südliche Afrika." Und weiter: "Im Herbst ehren wir das 150-jährige Bestehen des dänischen Honorarkonsulats und freuen uns auf den Besuch von Prinzessin Benedikte aus dem dänischen Königshaus. Und im Oktober unterstreicht die Austragung des ‚International Astronautical Congress‘ einmal mehr den starken Luft- und Raumfahrtstandort Bremen.“

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Doyen Volker Kröning, Doyenne Oksana Tarasyuk und Bürgermeister Carsten Sieling

Volker Kröning, Doyen des Bremer Konsularkorps und Honorarkonsul für das Königreich Marokko, thematisierte in seiner Rede die weltweite Zunahme von Hass und Gewalt und setzte sich für eine solidarische Weltgemeinschaft ein. Das Grußwort von Doyenne Oksana Tarasyuk, Generalkonsulin der Ukraine in Hamburg, war eine Hommage an Bremen: Sie lobte die Toleranz und Weltoffenheit des Bundeslandes, unterstrich die wirtschaftlichen Stärken sowie die wichtigen Rollen Bremens und Bremerhavens in Raumfahrt, Automobilbau, Logistik und der maritimen Wirtschaft.

Fotos: Senatspressestelle