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Zurück im Bremer Rathaus: Das Walbild ziert jetzt wieder die Obere Halle

Das war ganz gewiss ein spektakuläres Ereignis in Bremen, als im Jahre 1669 ein Zwergwal sich in die Lesum verirrte und dort verendete. Unverzüglich beauftragte der damalige Rat der „Kaiserlich Freien Reichs- und Hansestadt“ den Maler Franz Wulfhagen, das Tier in Lebensgröße zu malen. Das stattliche Gemälde (Maße: 3,55 x 9,55 Meter ) kam in das Rathaus, ebenso das präparierte Skelett. Drei Jahrhunderte lang hing es dort, bis es 1965 abgenommen wurde. Nun ist es nach 47 Jahren Wanderschaft an seinen angestammten Platz an der Nordwand der Halle zurückgekehrt.

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Walbild erfolgreich aufgehängt

„Ich freue mich, dass wir damit ein Stück Bremischer Geschichte zurück ins Rathaus geholt haben“, so Bürgermeister Jens Böhrnsen“. Das Gemälde hat zwar keinen hohen künstlerischen Rang. Seine kulturhistorische Bedeutung freilich ist groß. Im 17. Jahrhundert gaben die Seestädte häufig Fischdarstellungen in Auftrag. Die naturgetreue Abbildung eines Zwergwals war jedoch eine kleine Sensation und gut geeignet, das repräsentativste Gebäude der Stadt damit zu schmücken. In den nächsten Jahren kamen ein weiteres kleines Walbild und das eines Schwertfisches hinzu.

Aufwändige Vorarbeiten: Leinwand kommt auf einen neuen Rahmen, jpg, 55.4 KB
Aufwändige Vorarbeiten: Leinwand kommt auf einen neuen Rahmen

Das Skelett verblieb bis 1815 ins Rathaus, dann kamen die vier Schiffsmodelle an seine Stelle. Als die Obere Halle 1965 einen neuen Anstrich bekam, wurden die Bilder abgenommen. Nur das Bild mit dem Oosterschen Haus, dem Hansekontor in Antwerpen, verblieb an alter Stelle.

Walbild auf Wanderschaft

1965 wandert das Walbild - aufgerollt und nahezu ungeschützt vor äußeren Einflüssen - ins Depot des Überseemuseums. Nach fast 30 Jahren wird es hervorgeholt. Der Zustand ist erbärmlich: Zahlreiche Risse und Flecken übersäen das Bild. Dipl. Restaurator Markus Freitag bekommt den Auftrag, das Gemälde zunächst konservatorisch zu behandeln. Es soll nämlich Teil des internationalen Kunstprojektes „W(H)ALE“ der Städtischen Galerie werden. Dabei geht es ums Auftauchen oder Abtauchen als Prinzip – und dazu eignet sich das Bild ausgezeichnet.

Dann geht weniger spektakulär weiter. Das Walbild kommt ins Überseemuseum und erfreut nun zusammen mit dem Skelett die Besucherinnen und Besucher. 1997 erfolgt dann eine aufwändige Restaurierung. Dafür reist das monumentale Gemälde nach Kiel in eine Omnibushalle. Die hat Restaurator Freitag eigens für den Auftrag angemietet.

Frisch und ansehnlich aufgearbeitet, ist die nächste Station das Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven. Es passt dort hervorragend in die neue Abteilung Walfang.

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Zurück im Rathaus

Im Jahre 2008 ist es soweit: Das Walbild ist zurück im Rathaus, nachdem sich das Kulturressort – insbesondere Prof. Dr. Hans-Joachim Manske - viele Jahre um eine Rückkehr des Bildes bemüht hat. Die Aktion erfordert präzise logistische Vorbereitungen.

In Bremerhaven wird es entrahmt und kommt auf eine extra angefertigte große Transporttrommel. Im Bremer Rathaus wird derweil die Ostwand der Oberen Halle für das Bild vorbereitet. Neue Wandhaken sind nötig, ein neuer Anstrich, und auf dem Dachboden werden Winden installiert, um das schwere Bild an Seilen hochzuziehen. Zuvor wird es auf einen neuen Rahmen montiert. Die Arbeiten liegen wieder in der Hand von Markus Freitag, der die Aktion gemeinsam mit Dipl. Restauratorin Dorothee Simmert plant und ausführt.

Nun hängt es dort, wo es 1669 schon einmal platziert war.

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Folgender Text befindet sich unterhalb des Bildes:

ANNO 1669. am 8. MAJI ist ein Wallfisch uffm Sande im Leeßmer strohm nahendt dem Leßmer Bruche erschoßen. so zu schiffe gebracht.und am 9.MAJI nach Bremen gefuhret auch folgendts daselbst das fleisch abgeschnitten. und ist die länge dieses fisches befunden vom maul biß ans auge 5 fueß. Vom maul biß zum schwantze 29 fueß. die floßfedern 3 fueß der schwantz in der breite 9fueß. die dicke in der circumferenz 12 fueß inmaß dier Wallfisch. nach natuerlicher größe abgebildet und deßen zusamen gehefftete gebein alhie zur gedächnüß auffgehangen worden 28. Junii Anno 1669.

Fotos: Senatspressestelle