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Glanzvoll, festlich und einzigartig: Die 464. Schaffermahlzeit im Bremer Rathaus

General Wolfgang Schneiderhan beim Eintrag ins Goldene Buch, mit ihm freuen sich der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Günther Oettinger, der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit und Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (von links), jpg, 64.4 KB
General Wolfgang Schneiderhan beim Eintrag ins Goldene Buch, mit ihm freuen sich der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Günther Oettinger, der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit und Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (von links)

Schaffen, schaffen unnen un boven – unnen un boven schaffen!“ Mit diesem Ruf des verwaltenden Vorstehers von Haus Seefahrt hat heute (8.2.2008) pünktlich um 14.28 Uhr die 464. Schaffermahlzeit im Bremer Rathaus begonnen. Die Gäste sind nach Vorschrift im Frack erschienen, die Kapitäne in ihren Uniformen. Rund 300 Herren nehmen an dem fünfstündigen Festessen teil, das als das älteste Brudermahl der Welt gilt. Ehrengast von Haus Seefahrt in diesem Jahr ist General Wolfgang Schneiderhan, Generalinspekteur der Bundeswehr, der die Gästerede hält – eine von insgesamt zwölf, die im Verlaufe des Nachmittags auf dem minutiös geplanten Programm stehen. Vor Beginn des Essens hatten sich Wolfgang Schneiderhan, der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Günther Oettinger und der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit als weitere Gäste in das Goldene Buch der Stadt eingetragen. Bürgermeister Jens Böhrnsen empfing die drei anschließend zu einem Gespräch in seinem Amtszimmer – dann folgten auch sie erwartungsvoll dem traditionellen Ruf und begaben sich in die besonders glanzvoll geschmückte Obere Rathaushalle.

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Die festlich eingedeckte Obere Rathaushalle füllt sich mit Gästen

Gereicht wird ein schlichtes, aber wohlschmeckendes und ausdauerndes Essen, dessen Gänge nach strenger Reihenfolge aufgetragen werden: Bremer Hühnersuppe, Stockfisch mit Krebstunke, Braunkohl mit Maronen und Pinkel, Kalbsbraten mit Selleriesalat und Katharinenpflaumen, Rigaer Butt, Käse, Früchte und Kaffee. Dazu wird ein nach uraltem Rezept gebrautes Seemannsbier gereicht. Natürlich stehen auch erlesene Tropfen auf den Tischen – ein deutscher Weißwein und ein roter Bordeaux. Zwischen den einzelnen Gängen erheben sich die Schaffer zu ihren Reden – auf Handel, Schifffahrt und Industrie, auf Bundespräsident und Vaterland, auf die Gäste, auf Bremen und den Senat, auf die Damen und auf das Haus Seefahrt, seine Vorsteher und Oberalten. Ganz ausnahmsweise darf anlässlich der Schaffermahlzeit auch geraucht werden – nach Art der alten Schiffer aus langen weißen Tonpfeifen.

Vor Beginn der Schaffermahlzeit muss gekostet werden: Es schmecht (von links) Nils Stolberg (2. Schaffer), Ladan Stolberg, Chefkoch Stefan Madaus, Harald Emigolz,(3. Schaffer), Christoph Weiss, (1. Schaffer), Monika Weiss und Marietta Emigholz, jpg, 60.0 KB
Vor Beginn der Schaffermahlzeit muss gekostet werden: Es schmecht (von links) Nils Stolberg (2. Schaffer), Ladan Stolberg, Chefkoch Stefan Madaus, Harald Emigolz,(3. Schaffer), Christoph Weiss, (1. Schaffer), Monika Weiss und Marietta Emigholz

Ursprünglich war die Schaffermahlzeit ein Essen, zu der Kapitäne und Kaufleute nach einer ausführlichen Lagebesprechung vor Beginn einer neuen Reiseperiode zusammenkamen. Heute ist es ein außergewöhnliches gesellschaftliches Ereignis – denn Gast des Schaffermahls wird man nur einmal im Leben. Dabei sein dürfen stets 100 kaufmännische Mitglieder des Hauses Seefahrt, die bereits geschafft – also das Essen ausgerichtet – haben sowie 100 seemännische Mitglieder. Hinzu kommen 100 geladene Gäste aus dem In- und Ausland. Drei kaufmännische Schaffer sind verantwortlich für die Ausrichtung des Essens. In diesem Jahr sind es Christoph Weiss, Geschäftsführender Gesellschafter BEGO Bremer Goldschlägerei Wilhelm-Herbst GmbH & Co. KG, Bremen, 1. Schaffer, Niels Stolberg, Geschäftsführender Gesellschafter Beluga Shipping GmbH, Bremen, 2. Schaffer und Harald Emigholz, Geschäftsführer Emigholz GmbH, Bremen, 3. Schaffer.

Während des Essens werden Spenden gesammelt, die unverzüglich dem „Haus Seefahrt“ zugute kommen. Diese Stiftung ist einst als Versorgungsfonds für mittellose Seefahrer und deren Hinterbliebene gegründet worden .Heute sichert die Sammlung der Stiftung den wesentlichen Teil der finanziellen Mittel, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben benötigt. Sie unterhält nach wie vor den Seefahrthof mit Wohnungen für pensionierte Kapitäne und deren Frauen oder Kapitänswitwen.

Auch wenn es sich nach alter Tradition um ein Herrenessen handelt – die Ehefrauen der kaufmännischen Schaffer sind in die Vorbereitungen einbezogen. Zudem speisen sie mit weiteren Gästen im Kaminsaal des Rathauses, während dessen die Schaffermahlzeit-Reden übertragen werden. Am Abend treffen alle wieder zusammen zum großen Seefahrtsball im Parkhotel, der zuvor von 25 jugendlichen Paaren mit einer Polonaise im Rathaus eröffnet wird.

Fotos: Andreas Weippert, Senatspressestelle.

Außerdem bietet wir Ihnen noch die Rede des Ehrengastes, Generalinspekteur Schneiderhan, hier zum Download (pdf, 45.3 KB) an.

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