Sie sind hier:

Der Kaiser und die Kurfürsten

Ein Bekenntnis zum Reich Mit den Statuen an der "Schauseite" - also der zum Marktplatz zeigenden Südfassade - hat der Rat der Stadt seinerzeit die gesamte politische Prominenz des Reiches auftreten lassen: Den deutschen Kaiser und König Ruprecht von der Pfalz und die sieben Kurfürsten, die den Kaiser wählten. Sie verkörpern als auffälliger Schmuck die geistlichen und weltlichen Mächte ihrer Zeit und machten dem Betrachter damals deutlich: Bremen ist eine kaiserfreie Stadt! Die Figuren tragen zeitgenössische Tracht. Den Künstlern ging es seinerzeit nicht um naturgetreue Porträts, sondern vielmehr um die symbolische Darstellung ihrer Funktion und Macht.

Die Reihenfolge von links nach rechts spiegelt ihre Rangfolge der Personen wieder. Ganz links befindet sich der Kaiser, gefolgt von dem Kurfürsten von Mainz. Er galt als vornehmster Kurfürst und hatte das Recht, bei der Königswahl die übrigen sechs Kurfürsten nach ihrem Votum zu fragen. Ihm folgen der Kurfürst von Trier, der Kurfürst von Köln, der Kurfürst von Böhmen, der Kurfürst der Pfalz, der Kurfürst von Sachsen und schließlich der Kurfürst von Brandenburg.

Anmerkung:
Für die Darstellung wurde u.a. die ausführliche Ikonologie von Rolf Gramatzki "Das Rathaus Bremen", 1994 zu Grunde gelegt.