In Zeiten besonders krisenbehafteter internationaler Beziehungen und zunehmender Unsicherheiten sind in vielen Ländern weltweit nationalistische Gedanken und autoritäre Bewegungen im Aufwind. Dies betrifft sowohl Gesellschaften in der nördlichen als auch der südlichen Hemisphäre, Industrieländer genauso wie Länder des Globalen Südens.
In vielen Ländern sehen wir ein Voranschreiten von einem autoritär geprägten Nationalismus. Bewegungen wie "My Country First" stellen sich bewusst gegen die etablierte internationale Rechtsordnung und Multilateralismus, stellen internationale Organisationen und den Mehrwert einer Zusammenarbeit der Staatengemeinschaft in Frage und verunsichern damit nicht nur die eigene Bevölkerung, sondern auch befreundete Länder und Staaten. Dabei werden Nachteile für andere Länder bewusst und billigend in Kauf genommen. Eigene Interessen und das Recht des Stärkeren werden gegen internationale Solidarität und Partnerinteressen ausgespielt, politische Prozesse unterlaufen, Gewaltenteilung missachtet, gezielt Desinformationskampagnen durchgeführt und die Demokratie existentiell bedroht.
Diese sichtbare Tendenz, befördert insbesondere von Großmächten mit vielfältigem Einfluss, bedroht dabei nicht nur die Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit im eigenen Land massiv, sondern führt zu einem negativen gesellschaftlichen Wandel, in dem eine abwertende Gesprächskultur, Hass und Hetze Normalität werden und zur Verrohung der Gesellschaft und der gesellschaftlichen Debatte beitragen. Autoritärer Nationalismus hat zudem immense Auswirkungen auf die internationale Staatengemeinschaft, bewährte Rechtsmechanismen und sicher geglaubte Strukturen und erschüttert die Grundwerte der multilateralen Weltordnung. Negative wirtschaftliche Auswirkungen treffen dabei die schwächeren Länder im Globalen Süden besonders stark.
Vor diesem Hintergrund sind positive Beispiele und optimistische Signale zur Förderung und Bewahrung von Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit, Rechenschaftspflicht von Regierungen, einer starken Zivilgesellschaft und einer multilateralen Zusammenarbeit von besonderer Bedeutung und sollen beim 20. Bremer Solidaritätspreis im Fokus stehen.
Die Auszeichnung ist auch mit der Absicht verbunden, dass die so geschaffene Öffentlichkeit einen Beitrag zum Schutz der Preisträger:in bzw. der preistragenden Organisation oder Initiative leisten kann.
Begründete Vorschläge für mögliche Preisträger:innen können bis zum 30. September 2026 eingereicht werden. Hierfür steht Ihnen ein Online-Formular für Nominierungen zur Verfügung. Eigenbewerbungen werden nicht angenommen.
Die vollständige Nominierung in Deutsch und Englisch können Sie hier runterladen:
Ausschreibungstext auf Deutsch (pdf, 559.6 KB)
Call for Proposals in English (pdf, 599.3 KB)
Zum Online-Nominierungsformular gelangen Sie hier.