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Bremer Solidaritätspreis

Seit 1988 vergibt das Land Bremen alle zwei Jahre den Bremer Solidaritätspreis. Mit dieser Auszeichnung würdigt der Bremer Senat Personen oder Gruppen, die sich gegen Kolonialismus und Rassismus und für die Freiheit und Selbstbestimmung engagieren. Der Preisträger erhält neben 5.000 Euro eine moderne Skulptur, geschaffen von dem Bremer Künstlern Bernd Altenstein. Sie bringt symbolhaft die Bremer Stadtmusikanten als solidarisch Handelnde zum Ausdruck.
Winni und Nelson Mandela waren die ersten, die diese Auszeichnung des Bremer Senats entgegennehmen konnten.

15. Bremer Solidaritätspreis geht an Stella Agara

Große Freude über den 15. Bremer Solidaritätspreis: Stella Agara und Bürgermeister Carsten Sieling © Jörg Oberheide, jpg, 107.3 KB
Große Freude über den 15. Bremer Solidaritätspreis: Stella Agara und Bürgermeister Carsten Sieling © Jörg Oberheide

Bürgermeister Carsten Sieling hat heute (18. Juni 2017) Stella Agara im Rahmen eines Festaktes in der Oberen Rathaushalle für ihr Engagement für Steuergerechtigkeit und gegen Steuervermeidung mit dem 15. Bremer Solidaritätspreis ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Professor Peter Eigen, u.a. Gründer und langjähriger Vorsitzender von Transparency International.

Bürgermeister Sieling hob das überaus anerkennenswerte Engagement der 34-jährigen Kenianerin hervor: „Mit dieser Ehrung unterstützen wir gleichzeitig eine junge Frau, die sich in vorbildlicher und höchst anerkennenswerter Weise für Gerechtigkeit und Solidarität einsetzt – und das schon seit Jahren und nicht nur in ihrem Land Kenia.“ So habe sich Stella Agara über Kenia hinaus auch in Tansania, Ruanda, Burundi, Sambia und zuletzt in Malawi stark eingebracht. Alles Länder, in denen die herrschenden Steuergesetze es den zumeist ausländischen Konzernen ermöglichen, Steuern zu vermeiden. „Dieses Handeln", so Christian Bruns, Leiter der Bremer Repräsentanz in Brüssel und Geschäftsführer des Solidaritätspreis-Kuratoriums, im Vorfeld der Veranstaltung, "fügt den Staaten Afrikas nach offiziellen Schätzungen des IWF finanziellen Schaden von bis zu 175 Milliarden Euro zu – das Dreifache von dem, was die westlichen Länder den Staaten Afrikas an Entwicklungshilfe gewähren." Darauf mache Stella Agara in vorbildlicher Weise aufmerksam.

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Gruppenbild mit Preisträgerin Stella Agara © Jörg Oberheide

Stella Agaras sei durch ihre große Leidenschaft zum Symbol dafür geworden, dass die Zivilgesellschaft selbst für Steuergerechtigkeit kämpfen müsse, würdigte Peter Eigen Agara in seiner Laudatio.
Die Preisträgerin fühlte sich sehr geehrt durch den Solidaritätspreis und die Anerkennung ihres Engagements. Obwohl es für sie schon eine unglaubliche Überraschung war, als sie den Anruf aus Bremen erhielt, sie solle den Bremer Solidaritätspreis erhalten. Sie hätte nie damit gerechnet, dass ihr Engagement so weit weg auch in Europa wahrgenommen würde. Ihre Tätigkeit sei insbesondere auf junge Menschen gerichtet, die sie für die Thematik von Steuergerechtigkeit und Steuervermeidung zunächst sensibilisieren muss. Danach leite sie sie an, mit geeigneten Aktionen dagegen anzugehen. Sie hoffe damit zu erreichen, dass in den genannten Ländern nach und nach eine „bessere Regierungsführung“ möglich wird.

Der Bremer Solidaritätspreis
Der Senat der Freien Hansestadt Bremen verleiht alle zwei Jahre den mit 10.000 Euro dotierten Bremer Solidaritätspreis. Neben dem Preisgeld wird außerdem eine Skulptur des Bremer Künstlers Prof. Bernd Altenstein, die das Motiv der Bremer Stadtmusikanten als Symbol für die Stärke solidarischen Handelns aufgreift, überreicht.

Der Solidaritätspreis soll eine Ermutigung für Personen oder Initiativen sein, die sich in besonderer Weise für die Überwindung von Ungerechtigkeit im Nord-Süd-Verhältnis und der Folgen von Kolonialismus und Rassismus sowie für Demokratie und Menschenrechte einsetzen.

Hier zum Download (pdf, 399.6 KB) die Rede des Präsidenten des Senats, Bürgermeister Dr. Carsten Sieling zur Preisverleihung des 15. Solidaritätspreises.

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