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Motive vom Innen- und Außenbereich des Rathauses

Selbstverständlich können wir Ihnen nicht alles zeigen. Wir haben hier jedoch die schönsten
und interessantesten Ansichten für Sie ausgesucht.

Ein Blick in folgende Räume lohnt sich:

Die Obere Rathaushalle: Bremens schönster Festraum

Sie heißt schlicht: Die Obere Halle. Der profane Name verbirgt zunächst, dass es sich hier um Bremens schönsten, repräsentativsten Festraum handelt.

Jahrhunderte lang tagte hier der Rat der Stadt. Hier wurden Entscheidungen zum Wohle der Stadt getroffen, Verträge geschlossen, Recht gesprochen und Abgesandte anderer Länder empfangen.

Heute wird der 41 Meter lange, 15 Meter breite und acht Meter hohe Saal für festliche Veranstaltungen, Empfänge und Konzerte genutzt. Hierher lädt der Bürgermeister die Bremerinnen und Bremer gern zu Begegnungen und aktuellen Diskussionen ein.

Vier prächtige Modell-Kriegsschiffe hängen von der Decke. Reich geschmückte Portale führen in angrenzende Räume, zwei riesige Wandgemälde schmücken die Nordwand.

Es sind das Salomonische Urteil und Die Gründung Bremens.

Seit August 2008 hängt auch das Walbild wieder in der Oberen Rathaushalle.

Die größte Attraktion freilich ist die Güldenkammer - eines der wenigen, im reinen Jugendstil erhaltenen Gesamtkunstwerke.

Der Festsaal: Ein Raum für große Empfänge

Der Festsaal ist der größte Raum im Neuen Rathaus, jenem genialen Anbau, für den der Architekt Gabriel von Seidl die Pläne entwarf und der in den Jahren 1906-1913 verwirklicht wurde.

Dunkles, glänzendes Eichenholz an den Wänden, die helle Kassettendecke in wirkungsvollem Kontrast dazu, verleihen dem Raum eine besondere Note. Imposant wirkt der Jugendstilleuchter unter der Decke.
Besonderer Blickfang im Saal ist ein großes Bremen-Panorama an der Südseite.

Der Raum wird genutzt für größere Empfänge ( z.B. den Neujahrsempfang des Senats), festliche Essen, Vorträge oder Fachveranstaltungen. Gleich nach dem Zweiten Weltkrieg war dem Saal eine besondere Funktion zugefallen: Hier tagte bis 1965 das Landesparlament, bis die Abgeordneten ein eigenes Haus beziehen konnten.

Das Kaminzimmer

Das Kaminzimmer: Zurückhaltende Eleganz

Ein wärmendes Feuer hat in dem wunderschönen Kamin aus französischem Marmor, der diesem Raum im Neuen Rathaus seinen Namen gab, noch nie gebrannt. Das Schmuckstück, verschönt mit Delfter Kacheln, ist reine Zierde.
Den hohen Kamin aus französischem Marmor ziert eine Porzellangarnitur aus dem berühmten Delft. Zwischen den edel geformten Vasen fällt besonders die wunderschöne Uhr ins Auge. Es sind Geschenke, die dem Senat anlässlich der Eröffnung des Neuen Rathauses im Jahre 1913 von Bremer Bürgerinnen und Bürgern gemacht wurden.

Die dunkelrote Seidentapete, die weiße Stuckdecke und der prächtige Kristalleuchter sorgen für eine festliche, gediegene Atmosphäre. Wirkungsvoll heben sich die alten Ölbilder von der farbigen Wandfläche ab.

Der Raum eignet sich vortrefflich für kleine Festlichkeiten und Empfänge. Gern nehmen die Gäste dann auf den behaglich hohen Sesseln Platz. Die Lehnen sind mit kunstvollen Lederarbeiten geschmückt, in der Mitte prangt das Wappen der Stadtrepublik Bremen, der Bremer Schlüssel unter der Kaiserkrone.

Hell und behaglich: Das Gobelinzimmer

Intim und vornehm, wie ein kleines Kabinett wirkt das Gobelinzimmer, das an das Kaminzimmer angrenzt. Einst war es als Zimmer für den zweiten Bürgermeister vorgesehen. Der Raum ist mit amerikanischem Weißholz hell und freundlich getäfelt - ein kleines, behagliches Besprechungs- und Beratungszimmer, in dem man jetzt auch heiraten kann. Mehr Informationen über Heiraten im Rathaus...

Vor der eigentlichen Senatssitzung treffen sich hier die Bremer Senatoren zu einem gemeinsamen Frühstück ganz unter sich und ohne Beamte.

Hier tragen sich aber auch häufig hohe Gäste des Rathauses in das Goldene Buch der Stadt ein. Zwei aufwendig geknüpften alten Gobelins aus der französischen "Manufacture des Gobelins" verdankt der Raum seinen Namen. Einer der beiden Wandteppiche hängt jetzt im 2. Stock.

Dieser kunstvoll gearbeitete Gobelin ist von hohem künstlerischen Wert. Er gehört zu einer Serie von acht großen Gobelins mit Szenen aus der griechischen Mythologie und zeigt den Tod Otos, jenes sterblichen Jünglings, der in seinem Übermut die jungfräuliche Artemis, Tochter des Zeuss, begehrt und dafür mit dem Leben bezahlen muss.

Sitzungen im Senatssaal

Immer dienstags versammeln sich hier die Senatoren und ihre Staatsräte am großen ovalen Tisch. Hier berät das Kabinett, wie es in anderen Bundesländern heißt, bestimmt die Richtlinien der Politik, fasst Beschlüsse, beantwortet Anfragen aus der Bürgerschaft.

Der Raum, ausgelegt mit einem riesigen Teppich, wirkt behaglich. Die Wände sind mit bräunlich gemusterter Seide bespannt, schwere Kristalleuchter hängen von der Decke. In schönem Kontrast zu den dunklen Wänden steht das helle, reichliche Stuckwerk unter der Decke, in dem die Sonne und die vier Jahreszeiten zu erkennen sind. Acht Kaiserbilder dekorieren den kleinen Saal.

Hier steht auch eine Büste von Bürgermeister Wilhelm Kaisen, der von 1945 bis 1965 die bremischen Geschicke lenkte und zu den entscheidenden Persönlichkeiten beim Wiederaufbau Bremens nach dem Zweiten Weltkrieg gehört.

Der Teppich: Unzählige Bremer Schlüssel sind in den auffälligen Teppich eingewebt, den einst Rudolf Alexander Schröder entwarf. 75 Jahre hielt das Prachtstück den Füßen der Senatoren stand, bis er 1988 erneuert werden musste. Der Auftrag ging nach Indien mit der Auflage, dass keine Kinderarbeit eingesetzt werden durfte.

Die Untere Rathaushalle: Bremens älteste Mehrzweckhalle

Schlicht, streng und klar: So wirkt die Untere Rathaushalle auf den Besucher - falls er diesen Raum einmal pur zu Gesicht bekommt. Das ist schwierig, denn die Halle ist fast das ganze Jahr über für Ausstellungen reserviert. Sie ist seit sechs Jahrhunderten in nahezu unveränderter Form erhalten und gilt als einer der wenigen bedeutenden Profanbauten der späten Gotik.

Zwei Reihen dunkler, grobbehauener Eichenholzpfeiler gliedern die Halle in drei Längsschiffe. Hier wurde über Jahrhunderte hinweg Markt abgehalten. Überdacht, vor Regen und Wind geschützt, war der Raum ein idealer Treffpunkt für das Volk. Bis ins 19. Jahrhundert verkündete das zuweilen auch unter dem zweiten Bogen der Rathausarkaden tagende Niedergericht seine Urteile. Die beachtenswerten Portale, die einst zu Anbauten führten, stammen aus der Zeit zwischen 1545 und 1660 (Zugang zum Neuen Rathaus).