Sie sind hier:

Freundschaftsstadt Groningen

im Rahmen der Beziehungen Groningen - Oldenburg - Bremen

Bremen, Oldenburg und Groningen sind wichtige Oberzentren im Nordwesten Deutschlands und im Norden der Niederlande. Die Städte funktionieren als Schnittstellen und dynamische Orte der Begegnung für Menschen, Produkte und Dienstleistungen und immer mehr auch für Wissen und Ideen.

Kooperation Oldenburg Kooperation

Städte sind „Motoren“ für Innovation, Wachstum und Beschäftigung für ihre Region. Sie haben dadurch eine starke Rolle in der Gestaltung der EU-Politik, was etwa bei der Lissabon-Strategie mit den Schwerpunkten auf Innovation und Wissen und in der Leipzig-Charta über zukunftsfähige europäische Städte für die EU-Periode bis 2013 seinen Ausdruck findet. Diesen Aufgaben stellen sich die drei Städte z.B. mit ihren renommierten Kompetenzzentren für Wissensbildung und Wissenstransfer.

Zwischen den Städten gibt es langjährig gelebte Freundschaften, bilaterale Beziehungen und Kooperationen, die sich in zahlreichen gemeinsamen Aktivitäten und Projekten darstellen. Sie sollen mit dieser trilateralen Vereinbarung auf eine neue Ebene gestellt, intensiviert und auf neue Aufgabenbereiche und Chancen ausgerichtet werden. Die Vernetzung der drei Städte wird in die gesamte transnationale Region ausstrahlen und dadurch Impulse für eine übergreifende Strategie in einem West-Ost-Korridor im deutsch-niederländischen Küstenraum geben.

Auf dieser Grundlage haben sich die drei Städte entschlossen stärker zusammen zu arbeiten und haben dies durch eine gemeinsame Vereinbarung zum Ausdruck gebracht.

Die Städte arbeiten bereits in verschiedenen Bereichen oder Projekten eng zusammen oder planen dies für die Zukunft insbesondere in den folgenden Bereichen:

Wirtschaft:
Förderung der Kreativwirtschaft, EU-Projekt "Creative City Challenge"
2009 war in der EU das „European Year of Creativity and Innovation“. Kreativität und Innovation sind zentrale Elemente der heutigen wissensbasierten Gesellschaften Europas, um den Chancen und Herausforderungen der Globalisierung wirksam begegnen zu können. Die Förderung der Kreativwirtschaft und kreativer Städte sind neue Themen, mit denen sich Städte beschäftigen, die auf Innovation und Konkurrenzkraft setzen. Dabei zählen zu den Kreativen nicht nur Künstler, Designer, Gestalter, Theaterleute sondern auch Informatiker, Medien-Experten etc.
Bremen, Oldenburg und Groningen haben sich die Förderung der kreativen Stadt auf die Fahnen geschrieben und tauschen sich dazu aus. Sie engagieren sich durch die Förderung von kreativen Unternehmen und Existenzgründern, durch Initiierung von Netzwerken und Wirtschaftskooperationen oder durch Aktivitäten in kreativen Zonen wie der Bremer Überseestadt, dem Bahnhofsviertel in Oldenburg und dem Ebbinge Quartier in Groningen.
Eine intensive Zusammenarbeit mit den jeweiligen städtischen Aktiven im Rahmen des EU-Interreg-Projekts „Creative City Challenge“ erfolgte von 2009 bis 2012. Insgesamt 12 Partner aus dem Nordseeraum entwickelten gemeinsam Ideen, Strategien und Instrumente, die die Förderung der Kreativwirtschaft voranbringen sollen.

Energie:
"Build with CaRe (Carbon Reduction) - Mainstreaming Energy Efficiency in the Built Environment"
Die Städte Groningen, Oldenburg und Bremen arbeiteten von 2008 bis 2011 in diesem EU-Interreg Projekt mit weiteren Partnern aus dem Nordseeraum zusammen. Das gemeinsame Ziel war es, energieeffizientes Bauen, vor allem die Passivhaus-Bauweise, zu fördern und unter Einbeziehung von Bauherren, Architekten, Handwerkern und Finanzierern am Markt durchzusetzen. Um den Klimaschutz zu fördern, wurden nationale und transnationale Strategien und Werkzeuge zur Erhöhung der Energieeffizienz in Gebäuden mit unterschiedlichen Instrumenten entwickelt und getestet.
Bremen, Oldenburg und Groningen stimmen in diesem Projekt ihre Aktivitäten in der energetischen Altbaumodernisierung und bei zukunftsorientierten Wohnbaugebieten sowie bei der Förderung und Verbreitung intelligenter Energiesysteme in so genannten Smart Homes / Schlauen Häusern aufeinander ab.

Wissenschaft:
Kooperation der Hochschulen
Mit der internationalen „Hanse-Law-School“ existiert ein Beispiel der trilateralen Kooperation im Bereich der wissenschaftlichen Ausbildung, das über die Region hinaus anerkannt ist. Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Rijksuniversiteit Groningen und Universität Bremen gestalten seit 2002/03 einen gemeinsames rechtswissenschaftliches Studienprogramm.
Die Nowetas-Stiftung („Nord West Universitas“) ist eine von den Universitäten in Bremen und Oldenburg und dem Hanse-Wissenschaftskollegs getragenen Stiftung zur Förderung der regionalen wissenschaftlichen Kooperationen zur finanziellen Förderung von Kooperationsprojekten und zur Abstimmung der Strukturplanungen der beteiligten Universitäten im Rahmen einer Wissenschaftsplanung Nordwest zur Sicherung der Nachhaltigkeit geförderter Projekte. Im Rahmen der Wissenschaftsleitungsrunde Nord West findet auch eine regelmäßige Abstimmung mit Groningen statt. Ein konkretes Fokus-Projekt der Unis Bremen, Oldenburg und Groningen befasst sich mit dem Thema NordWest-Perspektiven im Bereich Regionalwissenschaften, Raumplanung und Geographie.
Das neue wissenschaftliche Zentrum für nachhaltige Raumentwicklung in Oldenburg ZENARiO will als universitäres Forschungsnetz einen Beitrag sowohl zur nationalen als auch internationalen raumbezogenen Nachhaltigkeitsforschung leisten. Dazu sollen Partnerschaften mit den Universitäten Bremen und Groningen vertieft sowie bestehende Kooperationen im Rahmen des Erasmus-Programms der Europäischen Union genutzt werden. Zugleich will das Zentrum einen Beitrag zur Entwicklung des Clusters der umwelt- und nachhaltigkeitsbezogenen Bachelor- und Masterstudiengänge in Oldenburg sowie zur Entwicklung entsprechender Studiengänge leisten. Angestrebt ist der Aufbau eines internationalen Masterstudiengangs in Kooperation mit der Universität Bremen und der Rijksuniversiteit Groningen.

Im Rahmen des Kooperationsprojekts COAST, dem Zentrum für Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung in Oldenburg finden diverse Kontakte nach Groningen und Bremen statt.
Ausgehende vom Studiengang Niederlandistik an der Uni Oldenburg besteht großes Interesse an einer Kooperation mit den Unis Groningen und Bremen.

Bildung:
Vensterscholen / ‚Fensterschulen’
Seit 1996 gibt es in Groningen das Konzept der ‚Fensterschulen’. Das Konzept sieht vor, dass diverse Einrichtungen in einem Stadtteil wie Schulen, Kindertagestätten, Schülerhorte, Sozialarbeit, Bibliotheken, Sportvereine, Musikschule etc. zusammen arbeiten, um ein großes, gemeinschaftliches Angebot von Unterricht, Erziehung, Sport, Spiel, Musik bereitzustellen. Die ’Fensterschule’ richtet sich an alle Einwohner eines Stadtteils, vor allem aber an Kinder von 0-15 Jahre. Ziel ist die integrative und ganztägige Betreuung der Kinder.
In Groningen ist die ‚Fensterschule’ mittlerweile flächendeckend verbreitet, in Deutschland dagegen kaum. Die Städte Oldenburg und Bremen haben aber großes Interesse, von Groningen zu lernen.
So wurde das Konzept im Rahmen des Programms "Stadt der Wissenschaft Oldenburg 2009" über Informationsveranstaltungen und den Besuch von Oldenburger Schulen in Groninger ‚Fensterschulen’ intensiv vorgestellt.
Im Jahr 2006 waren Groningen und Bremen an dem EU-geförderten Projekt Modern School (Hansepassage Proj. C 06) beteiligt, das in Kooperation mit weiteren Partnern lokale Schulreformansätze analysiert und verglichen hat, insbesondere Initiativen zu einer verbesserten Kooperation zwischen Schulen und anderen Institutionen. In Bremen ist daraus eine Initiative zur Einrichtung sog. Quartiersbildungszentren entstanden. Auf dieser Grundlage sind die Kontakte mit OCSW Groningen weiter entwickelt und ausgebaut worden, z.B. durch Besuche in mehreren Groninger Fensterschulen. Das Institut für Arbeit und Wissenschaft an der Universität Bremen arbeitete im Rahmen von Projekten zur stadtteilbezogenen Vernetzung von Schulen nahe mit der Hanzehogeschool Groningen zusammen.
Sowohl von den beteiligten Behörden als auch den wissenschaftlichen Institutionen ist eine systematischere und intensivere Fortsetzung dieser Kooperation gewünscht und könnte Form einer „Schulentwicklungspartnerschaft“ (Arbeitstitel) zwischen Bremen, Groningen und ggf. Oldenburg verabredet werden. Für die Städte sind etwa die Themen interessant, wie sich Schule zu einem Ort sozialer Integration entwickeln lässt und wie sich die Kompetenzen von Hochschulen und Universitäten stärker für die regionale Schulentwicklung nutzen lassen.

Internationale Beziehungen:
Austausch und Kooperation
Alle drei Städte pflegen intensive Beziehungen zu anderen Städten und Regionen auf der Welt - auf der Basis von Partnerschaftsverträgen, Absichtserklärungen etc. Die vielseitigen europäischen und internationalen Kontakte der drei Städte können nach dem ‘Friends for Friends’-Prinzip angewendet werden, nach welchem die drei Städte wiederum auch mit den Partnern der anderen kooperieren. Eine gewisse Aufgabenteilung kann in diesem sehr arbeitsintensiven Bereich der Besuche und Empfänge zu Entlastungen führen. Zudem besteht die Möglichkeit, sich bei internationalen Kontakten vor dem Hintergrund des Städteverbunds als große Region mit umfassenden Potenzialen darzustellen.
Kontakte nach Tallinn und Riga könnten städteübergreifend genutzt werden. Des Weiteren ist China bei den internationalen Beziehungen aller drei Städte ein Schwerpunktland mit umfangreichen Potentialen z. B. im wirtschaftlichen, wissenschaftlichen oder touristischen Bereich. Groningen und Oldenburg kooperieren hier bereits seit 2007 in intensiver Weise. Bremen ist insbesondere über die Städtepartnerschaft mit Dalian mit China verbunden. Ein erweiterter Austausch und konkrete Projekte mit Bremen könnten vorangebracht werden.
Seit 1991 besteht der Verein Neue Hanse Interregio (NHI), eine Zusammenarbeit zwischen den niederländischen Provinzen Groningen, Friesland, Drenthe und Overijssel und den nordwestlichen Bundesländern Niedersachsen und Bremen. Im Jahr 2006 wurde in Assen die neue Strategie für die Zusammenarbeit festgelegt. Hierzu gehören u.a. das Programm zur Hanse Passage und eine Reihe von Fachthemen. Bremen, Oldenburg und Groningen können ihre gemeinsamen Interessen in die NHI einbringen.