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Bremer Solidaritätspreis

Seit 1988 vergibt das Land Bremen alle zwei Jahre den Bremer Solidaritätspreis. Mit dieser Auszeichnung würdigt der Bremer Senat Personen oder Gruppen, die sich gegen Kolonialismus und Rassismus und für die Freiheit und Selbstbestimmung engagieren. Der Preisträger erhält neben 5.000 Euro eine moderne Skulptur, geschaffen von dem Bremer Künstlern Bernd Altenstein. Sie bringt symbolhaft die Bremer Stadtmusikanten als solidarisch Handelnde zum Ausdruck.
Winni und Nelson Mandela waren die ersten, die diese Auszeichnung des Bremer Senats entgegennehmen konnten.

16. Bremer Solidaritätspreis geht an Menschenrechtsanwälte aus Honduras

Der 16. Bremer Solidaritätspreis wurde am 2. April 2019 im Rahmen eines Festaktes in der Oberen Halle des Bremer Rathauses an Martín und Víctor Fernández Guzmán, Menschenrechtsanwälte aus Honduras, verliehen. Bürgermeister Dr. Carsten Sieling richtete persönliche Worte an die Preisträger: "Mit dieser Auszeichnung würdigt der Bremer Senat die herausragende Arbeit, mit der Sie sich seit vielen Jahren für die Einhaltung der Menschenrechte und der Rechtsstaatlichkeit, gegen Korruption und für freie Meinungsäußerung in Honduras einsetzen. In einer Gesellschaft, in der die Handlungsspielräume der Zivilgesellschaft massiv eingeschränkt sind, und in der viele Menschen bereits resigniert haben oder das Land verlassen, treten Sie beide mutig für Gerechtigkeit und die Einhaltung der Gesetze und Menschenrechte ein. Sie gehen dazu auch persönliche Risiken ein, Sie wurden mehrfach verfolgt und bedroht. Ihr Einsatz verdient unseren Respekt und unsere Hochachtung."

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Laudator Dr. Bernd Bornhorst, Vorstandsvorsitzender VENRO – Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe

Die Laudatio hielt Dr. Bernd Bornhorst, Vorstandsvorsitzender VENRO – Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe und langjähriges Mitglied des Kuratoriums des Bremer Solidaritätspreises.

"Es sind nur noch sehr wenige Flecken auf der Landkarte, wo die Rechte und Beteiligungsmöglichkeiten der Zivilgesellschaft noch uneingeschränkt gelten. Und wir sehen auch hier bei uns, wie schnell die Stimmung kippen kann und Länder sich wandeln", führte Bornhorst in seiner Rede aus. Und weiter: "Umso wichtiger ist es, die zu unterstützen, die sich für die Rechte und die Beteiligungsmöglichkeiten bedrohter Menschen einsetzen und dabei selber immer öfter Opfer werden. Es freut mich daher sehr, dass wir heute die Möglichkeit haben, zwei besonders engagierte Menschen zu ehren, die in einem der widrigsten Umfelder für mehr Gerechtigkeit kämpfen. Ihr Einsatz und ihr Engagement sind einzigartig und stehen doch leider auch stellvertretend für viele ähnliche Situationen in anderen Ländern der Welt, in denen der Raum für das zivilgesellschaftliche Engagement immer stärker eingedampft wird. Shrinking space nennen wir das heute. Immer öfter sollte man wohl eher von Closed space sprechen."

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Verleihung des 16. Bremer Solidaritätspreises an Martín und Víctor Fernández Guzmán

Geehrt werden sollen mit diesem 16. Bremer Solidaritätspreis zivilgesellschaftliche Initiativen, die in ihrer Arbeit den Gefahren des Shrinking Space - die zunehmende Bedrohung von Grundrechten wie der Versammlungs-, Meinungs- und Vereinigungsfreiheit sowie die damit einhergehende Einschränkung zivilgesellschaftlicher Handlungsspielräume - ausgesetzt sind. Und die sich mit ihrer Arbeit der Einschränkung und Unterdrückung der Zivilgesellschaft entgegenstellen. Der Senat der Freien Hansestadt Bremen war mit Beschluss vom 8. Januar 2019 dem Vorschlag des Kuratoriums Bremer Solidaritätspreis gefolgt.

Martín und Víctor Fernández Guzmán sind Initiatoren bzw. Mitbegründer des Movimiento Amplio por la Dignidad y la Justicia (MADJ) – der "Breiten Bewegung für Würde und Gerechtigkeit" in Honduras. Die Nichtregierungsorganisation engagiert sich für die Durchsetzung der Menschenrechte und Beachtung von Umweltschutzgesetzen, insbesondere bei Großprojekten zur Ausbeutung der natürlichen Ressourcen in Honduras. Mit ihrer mutigen und engagierten Arbeit setzen sich die beiden Menschenrechtsanwälte seit vielen Jahren dafür ein, Handlungsspielraum für zivilgesellschaftliche Initiativen und grundlegende Rechte wie freie Meinungsäußerung zu verteidigen.

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Martín und Víctor Fernández Guzmán

Mit der Verleihung des 16. Bremer Solidaritätspreises an Martín und Víctor Fernández Guzmán werden nicht nur die beiden Anwälte für ihr Engagement ausgezeichnet. Sie erhalten diesen Preis auch stellvertretend für die Bewegung MADJ. Die beiden Anwälte haben gemeinsam mit anderen ein Netzwerk aufgebaut, das sicherstellt, dass ihr Engagement breit in der Gesellschaft verankert und im Fall von einzelnen Inhaftierungen gesichert ist.

Martín und Víctor Fernández Guzmán zeigten sich in ihren Dankesworten sehr berührt von ihrer Auszeichnung: "Dieser Preis bedeutet uns sehr viel. Es stärkt uns, dass unser Engagement in Deutschland gesehen und geehrt wird. Es ist schön zu sehen, dass Solidarität und Gerechtigkeit keine Grenzen kennen."

Fotos: Senatspressestelle

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