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Bremer Solidaritätspreis

Seit 1988 vergibt das Land Bremen alle zwei Jahre den Bremer Solidaritätspreis. Mit dieser Auszeichnung würdigt der Bremer Senat Personen oder Gruppen, die sich gegen Kolonialismus und Rassismus und für die Freiheit und Selbstbestimmung engagieren. Der Preisträger erhält neben 5.000 Euro eine moderne Skulptur, geschaffen von dem Bremer Künstlern Bernd Altenstein. Sie bringt symbolhaft die Bremer Stadtmusikanten als solidarisch Handelnde zum Ausdruck.
Winni und Nelson Mandela waren die ersten, die diese Auszeichnung des Bremer Senats entgegennehmen konnten.

14. Bremer Solidaritätspreis für engagierte Frauen aus Ruanda

Böhrnsen: Engagement für den Neuanfang und die Kraft des Lebens

Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen übergibt Esther Mujawayo-Keiner und Josephine Murebwayir (li.) den 14. Bremer Solidaritätspreis, jpg, 84.8 KB
Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen übergibt Esther Mujawayo-Keiner und Josephine Murebwayir (li.) den 14. Bremer Solidaritätspreis

Für ihre Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen ist die ruandische Menschenrechtlerin Esther Mujawayo-Keiner mit dem 14. Bremer Solidaritätspreis ausgezeichnet worden. Bürgermeister Jens Böhrnsen überreichte ihr die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung am Dienstagabend (10. März 2015) im Rathaus der Hansestadt.

Böhrnsen: "Mit Esther Mujawayo-Keiner zeichnen wir eine starke, kämpferische Frau und Überlebende aus Ruanda aus. Ihr Engagement steht für Hoffnung, für den Neuanfang und die Kraft des Lebens." Die Preisträgerin: "Das ist eine wunderbare Anerkennung für unser Engagement. Der Preis ist ein schönes Zeichen dafür, dass es Menschen gibt, denen die Entwicklung der Welt und die Menschenrechte am Herzen liegen", freute sich Mujawayo-Keiner über die Auszeichnung.

Mord, Vergewaltigungen und sexualisierte Gewalt prangerte Dr. Monika Hauser, Gründerin und Geschäftsführerin von Medica Mondiale e.V. und Trägerin des Alternativen Nobelpreises, in Ihrer Laudatio an. Hauser: "Beim Wiederaufbau zerstörter Gesellschaften sind Frauen die Eckpfeiler, das gilt es zu würdigen und nicht zu verschweigen. Mit Blick auf das Lebendige gerichtet, gestalten sie den Wiederaufbau und kümmern sich um die verwundeten Seelen."

Esther Mujawayo-Keiner ist gemeinsam mit Josephine Murebwayire und vielen anderen starken Frauen die Mitbegründerin der Non-Profit-Organisation "Vereinigung der Witwen des Völkermordes von 1994" (AVEGA) in Ruanda. AVEGA kümmert sich um die Witwen und Waisen des Genozids von 1994. Zurzeit arbeitet sie als Therapeutin am Psychologischen Zentrum in Düsseldorf, wo sie Flüchtlinge aus aller Welt betreut. Bei den Gräueltaten in Ruanda wurden auch Mujawayos Ehemann, Eltern und Geschwister umgebracht.

Stadtmusikanten stehen für gelebte Solidarität
Der Bremer Senat verleiht den Solidaritätspreis seit 1988 alle zwei Jahre an Menschen und Initiativen, die sich für Menschenrechte und Demokratie sowie gegen Rassismus und die Folgen von Kolonialismus einsetzen. Die Liste der Preisträger reicht von Nelson und Winnie Mandela bis Aung San Suu Kyi.

Neben dem Preisgeld wird außerdem eine Skulptur des Bremer Künstlers Prof. Bernd Altenstein, die das Motiv der Bremer Stadtmusikanten als Symbol für die Stärke solidarischen Handelns aufgreift, überreicht. Der Solidaritätspreis soll eine Ermutigung für Personen und Initiativen sein, die sich für Menschrechte und Demokratie sowie gegen die Folgen von Kolonialismus und Rassismus einsetzen.

Foto: Jörg Oberheide